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Zeit mei­nes Le­bens, seit mich mein Va­ter zu ei­ner mi­li­tä­ri­schen Eh­rung für Theo­dor Kör­ner mit­nahm und ich als zehn­jäh­ri­ger Kna­be den Hauch ei­ner gro­ßen Zeit spür­te, ließ mich das The­ma „Be­frei­ungs­krie­ge 1813 bis 1815“ nicht mehr los.

Es war die Zeit Clausewitz´.

Spä­ter, als Of­fi­zier wäh­rend mei­nes Stu­di­ums an der Mi­li­tär­aka­de­mie W. M. Frun­se in Mos­kau, ver­an­lasst durch rus­si­sche Leh­rer, stieß ich auf das Werk Clau­se­witzs „Vom Krie­ge“. Das Ver­ständ­nis für Tak­tik, ope­ra­ti­ve Kunst und Stra­te­gie im Krieg er­öff­ne­te mir die Mög­lich­keit, mich Clau­se­witz lang­sam zu nähern. 

In der Mit­te der 80-er Jah­re des vo­ri­gen Jahr­hun­derts, als Zeu­ge und Be­trof­fe­ner ei­nes mi­li­tä­ri­schen und po­li­ti­schen Um­bruchs in der Mi­li­tär­dok­trien, der ich bis da­hin dien­te, be­gann ich auch den Phi­lo­so­phen Clau­se­witz zu verstehen.

Mei­ne Ge­dan­ken zu Clau­se­witz möch­te ich heu­te, lan­ge schon im Ru­he­stand, hier auf die­sen Sei­ten dar­le­gen und die­se na­tür­lich mit his­to­ri­schen Fak­ten hinterlegen.

Klaus-Die­ter Krug
Oberst­leut­nant Dipl.-Mil. a. D. NVA

11 Antworten zu Startseite

  1. konrad Strauß sagt:

    Clau­se­witz war sei­ner Zeit weit vor­aus. Sei­ne The­sen wer­den heu­te an al­len Mi­li­tär­aka­de­mien der Welt ge­lehrt. Mich in­ter­es­sier­te die Ab­hand­lun­gen von ihm über den klei­nen Krieg, Tak­tik und Vor­ge­hens­wei­se Un­ter­le­ge­ner Trup­pen oder auch Par­ti­sa­nen ,in der Ver­tei­di­gung und Hin­hal­te­tak­tik. Bes­te Bei­spiel war die Ca­si­no Schlacht 1944 an der Gus­tav Li­nie. Ge­schick­te Ver­tei­di­gung und An­griff aus der De­fen­si­ve mit weit un­ter­le­ge­nen Ver­tei­di­gern. Sie hiel­ten die Al­li­ier­ten über Mo­na­te am Mon­te Ca­si­no auf.

    • Kon­rad, na­tür­lich in­ter­es­siert uns, als ehe­ma­li­ge Fall­schirm­jä­ger be­son­ders die Theo­rie vom „Klei­nen Krieg“, die Clau­se­witz be­reits an der „Kriegs­schu­le“ in Ber­lin, der Jah­re 1810-1812, lehrte.
      Ob deut­sche Fall­schirm­jä­ger am Mon­te Ca­si­no über Clausewitz´“Kleinen Krieg“ nach­ge­dacht hat­ten, das wä­re ei­ne Un­ter­su­chung wert!? Kenn­zeich­nend für die­se Zeit ist je­doch, dass der Mi­li­tär­phi­lo­soph und sei­ne Theo­rie we­der durch die Po­li­tik noch durch die Wehr­machts­füh­rung be­ach­tet wur­de. Hier wur­de der ver­häng­nis­vol­le Weg Schlief­fens und Lu­den­dorffs bis zur po­li­ti­schen und mi­li­tä­ri­schen Ka­ta­stro­phe fortgeführt.
      Molt­ke d.Ä. war lei­der der Letz­te der gro­ßen deut­schen Mi­li­tärs, die über Clau­se­witz ernst­haft nachdachten. 

      Mit dem The­ma „der Klei­ne Krieg – und Clau­se­witz“ wer­den wir uns beschäftigen. …….

      • Nun ,Mon­te Ca­si­no, war nur ein Bei­spiel, wie man ei­ne Hin­hal­te­tak­tik mit un­ter­le­ge­nen Kräf­ten un­ter Aus­nut­zung der Ge­län­de Ge­ge­ben­hei­ten, Tak­tisch er­folg­reich durch­füh­ren kann. Die ha­ben sich da­mals ge­schickt ver­tei­digt und aus der De­fen­si­ve an­ge­grif­fen. Wo­bei ich Molt­ke als den weit er­folg­rei­che­ren Mi­li­tär, in der deut­schen Mi­li­tär­ge­schich­te sehe.

  2. Molt­kes Mot­to war: Erst wä­gen dann wa­gen. Ein gro­ßer Stra­te­ge, Chef des preu­ßi­schen Ge­ne­ral­stabs und Ge­ne­ral Feld­mar­schall. Er führ­te ge­trenn­te Hee­re ge­gen die Haupt­front und in die Flan­ken der Geg­ner. Mit ent­spre­chen­der Kom­mu­ni­ka­ti­on, durch Mel­der. Die Schlacht von Kö­nig­grätz ge­gen die Ös­ter­rei­cher, schon mit Zünd­na­del­ge­weh­ren. Er ent­wi­ckel­te die An­griffs­plä­ne im Preu­ßisch Dä­ni­schen Krieg. War Im gro­ßen Ge­ne­ral­stab im Deutsch Fran­zö­si­schen Krieg 1870/71 ge­mein­sam mit Bis­marck, wo­bei Bis­marck eher für das po­li­ti­sche und Molt­ke für das Mi­li­tä­ri­sche Kre­do stand.

  3. Ja Kon­rad,
    Molt­kes Be­zie­hung zur clau­se­witz­schen Kriegs­theo­rie ist ein sehr in­ter­es­san­tes Feld. Molt­ke, das kön­nen wir sa­gen, war in der La­ge Clau­se­witz zu ver­ste­hen und auch zeit­be­zo­gen wei­ter zu entwickeln.
    Be­deu­tend da­bei sein Blick auf ei­ne ganz­heit­li­che Sicht auf den Krieg, wo nicht nur Stra­te­gie und Tak­tik wirk­ten, son­dern auch die öko­no­mi­schen und vor al­lem tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten. Die Wir­kun­gen des Zünd­na­del­ge­wehrs und vor al­lem der erst­ma­li­ge kon­zen­trier­te Ein­satz der Ei­sen­bahn, wa­ren re­vo­lu­tio­när für das da­ma­li­ge Militärwesen.
    Für Molt­ke war die „freie See­len­tä­tig­keit“ der Trup­pen­kom­man­deu­re wich­tig. Hier sa­hen wir die Ent­wick­lung zur „Auf­trags­tak­tik“, die bis heu­te für deut­sche Ar­me­en kenn­zeich­nend ist. (Die NVA war die Aus­nah­me, hier galt im we­sent­li­chen die „Be­fehlstak­tik“). Für ei­ni­ge der da­ma­li­gen Kom­man­deu­re war das Neu­land. Nicht al­le Ope­ra­tio­nen lie­fen op­ti­mal, weil Kom­man­deu­re „über das Ziel hinausschoßen“.
    Molt­ke – und Clau­se­witz, ein sehr in­ter­es­san­tes Thema……

  4. Ja,das se­he ich auch so und vom heu­ti­gem Stand­punkt aus mit den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten, die den Mi­li­tärs zur Ver­fü­gung ste­hen ist es be­son­ders wich­tig auf die Er­fah­rung frü­he­rer Stra­te­gen zu­rück zu grei­fen .Ins be­son­de­ren der Feind­auf­klä­rung; ist da be­son­de­re Auf­merk­sam­keit zu Zol­len. Aus heu­ti­ger Sicht ist es im­mens wich­tig In­for­ma­tio­nen über den Geg­ner zu sam­meln um ihn ef­fek­tiv zu be­kämp­fen. In der Zeit von In­ter­net und elek­tro­ni­scher ,be­grenz­ter Hy­bri­der Kriegs­füh­rung im­mer ei­ne Her­aus­for­de­rung und frei nach Molt­ke; Erst wä­gen dann Wa­gen. Bes­te Beispiel,der Kampf ge­gen den IS ,mit al­len mit­teln der den eu­ro­päi­schen Staa­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mitteln.

  5. „Der Krieg ist al­so ein Akt der Ge­walt, um den Geg­ner zur Er­fül­lung un­se­res Wil­lens zu zwin­gen.“ Ein Zi­tat von Clau­se­witz. Der Krieg ist dem po­li­ti­schen Wil­len im­mer un­ter­ge­ord­net und dient dem po­li­ti­schen Pri­mat nur als Werk­zeug ,um po­li­ti­sche Zie­le durch zu set­zen. Die Vor­ge­hens­wei­se da­zu, kann Un­ter­schied­li­cher nicht sein, über Pro­pa­gan­da, Zer­stö­rung der In­fra­struk­tu­ren, da­mit der mi­li­tä­ri­schen Lo­gis­tik. bes­te Bei­spiel der Bom­ben­krieg im 2.Weltkrieg oder den Nach­schub der Trup­pen zu stö­ren oder zu ver­nich­ten. ZB.der Par­ti­sa­nen­krieg im Hin­ter­land des Fein­des kann auch aus­schlag­ge­bend sein. Man sieht es gab und gibt vie­ler­lei Mög­lich­kei­ten sei­ne zie­le da­hin­ge­hend zu verfolgen.

  6. konrad Strauß sagt:

    Der Krieg von 1870/71, ist ei­ner der der ers­ten mo­der­nen Krie­ge. Es ging um ei­ne schnel­le Krieg­füh­rung mit gro­ßer Be­weg­lich­keit un­ter Nut­zung mo­derns­ter Tech­nik. wie der Ei­sen­bahn und Telegrafie.Moltke woll­te den Krieg schnell entscheiden,um ei­ne Aus­wei­tung und Kom­pli­ka­tio­nen zu vermeiden.Sein Mot­to lautete;Getrennt ma­schie­ren ,ver­eint schlagen.Die Waf­fen­tech­nik spiel­te ei­ne über­ra­gen­de Rolle:die Guß­stahl­ka­no­ne von Krupp ,mit ge­zo­ge­nen Läu­fen auf deut­scher Sei­te oder der Vor­läu­fer des Ma­schi­nen-ge­wehrs auf fran­zö­si­scher Seite,die Mitrailleu­se ,wa­ren ech­te Inovationen.Die Fran­zo­sen setz­ten die Mitrai­leu­se al­ler­dings nicht ad­äquat ein,weil sie nicht ent­schei­den konnten,ob sie ein Ar­til­le­rie­ge­schütz oder ei­ne In­fan­te­rie­waf­fe ist.1870/71 kam aus­er­dem das En­de der Kavallerie,Französische Ka­val­le­rie­at­ta­cken bra­chen im Schnell­feu­er der Preu­ßen zu­sam­men das zeigt,dass sich die­se Waf­fen­gat­tung über­lebt hate.Ihre Zeit war vorüber.

    • Die De­vi­se „ge­trennt mar­schie­ren, ver­eint schla­gen“ galt für den deutsch-ös­ter­rei­chi­schen Krieg 1866, lie­ber Konrad.
      Auch dort schon war der Ein­satz der Ei­sen­bahn von stra­te­gi­scher Bedeutung.

      Was nun den al­ten Molt­ke be­trifft, so wer­den wir spä­ter im Blog ein The­ma er­öff­nen. Ge­duld Konrad.

  7. Matthias Köcher sagt:

    Moin lie­ber Klaus, ha­be mich eingelesen,beschäftige mich ge­ra­de mit den mi­li­tä­ri­schen Irr­tü­mern der Krie­ge, ha­be mit mir Ge­duld auch Clau­se­witz hat ei­nen Platz bei mir herz­lichst Matthias

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